Geschichte - rohrer.or.at

1822 wurde der erste Rohrer als Schalladorfer in den Pfarrmatriken erwähnt.

Zehn Jahre später waren (der „erste“) Leopold Rohrer und seine Theresia (geborene Bauer aus Immendorf) bei ihrer Heirat bereits am jetzigen Haus Nummer 48 ansässig. Leopolds Vater Michael war zuvor Knecht bzw. Kleinhäusler in Wullersdorf und Guntersdorf. Seine Frau Theresia, geborene Stieglerin, war Schalladorferin und deren Verwandtschaft dürfte die Grundlage für die Rohrers in Schalladorf gewesen sein.

 

Unmittelbarer Vorbesitzer des Hauses 48 war die Familie Illinger. Deren letzter Hausherr Alois baute offensichtlich 1809 den heute noch immer in Familienbesitz befindlichen Heidberg-Keller. Dort war bis zum Umbau im Jahr 2000 auf einem Wandbild des römischen Weingotts Bacchus diese Jahreszahl ersichtlich und auf der bis 1975 eingesetzten Baumpresse sind bis heute 1809 und die Initialen von Illinger Alois zu erkennen.

 

Der obengenannte Leopold Rohrer war Jahrgang 1808 und seine Berufsbezeichnung war „Hauer“. Sein Sohn Leopold heiratete 1865 eine Theresia Frey aus Diepolz, das immerhin ca. 10 Kilometer entfernt ist! Er war laut Heiratsurkunde „Bauer“. Der dritte Leopold hatte 9 Kinder. Der älteste Sohn war wieder ein Leopold. Dieser ging jedoch als Gastwirt nach Bernhardsthal, der zweitälteste Johann wurde der Schmiedemeister in Oberstinkenbrunn und der dritte, Franz, wurde der Bauer.

 

Franz Rohrer war Jahrgang 1900 und war für den 1. Weltkrieg zu jung und für den zweiten zu alt. Er hatte eine gute Hand für Pferde und war mit seinen beiden Pferden Baux und Fritz während des Zweiten Weltkriegs, als bis auf ihn und Herrn Wanek alle Männer eingerückt waren, sehr viel überbetrieblich in ganz Schalladorf hilfreich. Diese beiden Pferde sind auf unseren Weinetiketten verewigt. Leider haben die Russen Baux mitgenommen. Sie haben auch Weinfässer durchschossen und Vorräte entwendet.

 

Nachdem der vorgesehene Hofnachfolger fortheiratete, wurde Leopold, Jahrgang 1943, bereits im Alter von 17 Jahren Hofübernehmer. Nach der Heirat mit  Elfriede, geborene Satzinger aus Wolfsbrunn, wurden die Schweinemast und der Weinverkauf ausgebaut. Insbesondere der Flaschenweinverkauf war dann der betriebliche Hauptschwerpunkt bis zur Übergabe.

 

 

Zum Abschluss noch zwei Legenden:

 

Laut mündlicher Überlieferung ist das seit Generationen in Familienbesitz befindliche kleine Waldgrundstück am Silberberg in Immendorf einem unserer Vorfahren von Kaiserin Maria Theresia geschenkt worden, weil er für sie in den Krieg gezogen ist.

 

In der Nähe des Jagdhauses im Spitzwald ist ein Gedenkstein für Kaiser Franz Josef zum 50-jährigen Regierungsjubiläum, der von der Vorbesitzerfamilie, den Ludwigsdorffs aus Guntersdorf, errichtet wurde. Zur Ursache des Steins gibt es zwei Versionen. Bei beiden war der Kaiser im Spitzwald. Die eine spricht davon, dass er als Kind dort einen Baum gepflanzt hat. Bei der zweiten war er als Kaiser im Spitzwald jagen.